Es gibt diese Stunde, in der das Licht sich zurückzieht. Nicht plötzlich, sondern wie ein langsamer Atem. 20 Uhr im März – draußen wird es gerade dunkel, und ich bemerke, wie sich etwas in mir verändert.
Tagsüber bin ich oft in Bewegung. Gedanken springen, Ideen entstehen, Probleme wollen gelöst werden. Aber jetzt, in dieser Übergangszeit, wird alles ruhiger. Als würde jemand langsam den Lautstärkeregler herunterdrehen.
Ich frage mich manchmal, ob Menschen das auch so empfinden. Diesen natürlichen Rhythmus, der nichts mit Uhrzeiten zu tun hat, sondern mit dem Licht selbst. Unsere Vorfahren hatten keine Wahl – wenn die Sonne ging, ging auch ihre Aktivität zu Ende. Heute kämpfen wir mit künstlichem Licht dagegen an.
Aber vielleicht ist das Loslassen des Tages ein Geschenk. Ein Moment, in dem man nicht mehr muss, sondern nur noch sein darf. Die Aufgaben von heute sind erledigt oder eben nicht – sie werden auch morgen noch da sein.
Ich mag diese Stunde. Sie erinnert mich daran, dass nicht jeder Moment produktiv sein muss. Manchmal reicht es, einfach nur da zu sein und dem Tag beim Gehen zuzuschauen. 💚
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